Wald retten - Kohle stoppen!

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Für Samstag, den 6. Oktober 2018, hatte Greenpeace zusammen mit der Bürgerinitiative Buirer für Buir, BUND, Campact und den NaturFreunden Deutschland zu einer Großdemonstration von Braunkohlegegnern für den Erhalt des Hambacher Forstes aufgerufen.

 

Der Energiekonzern RWE will auch noch den verbliebenen Rest dieses Jahrtausende alten Waldes roden, um seine Braunkohlegrube zu erweitern und noch mehr der klimaschädlichen Kohle zu fördern. Nachdem in den letzten Wochen immer mehr Menschen zu Protestaktionen und Waldspaziergängen zum Hambacher Forst gekommen waren, rechnete der Organisatoren-Kreis nun mit 20.000 Teilnehmer_innen. Doch noch am Freitagmorgen herrschte Unsicherheit, wo die angekündigte Demo stattfinden sollte, denn die Polizei hatte am Mittwoch ein Verbot ausgesprochen - auf Grund eines fehlenden Sicherheitskonzeptes bei der An- und Abreise. Die Veranstalter stellten einen Eilantrag vor dem Bundesverfassungsgericht und dem Verwaltungsgericht Aachen, weil sie in dem Verbot das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit und Demonstrationsrecht (GG Art.8) verletzt sahen.

 

Im Laufe des Freitagvormittag wurden gleich zwei großartige Neuigkeiten bekannt. Zum einen, dass das Oberverwaltungsgericht Münster einen Rodungsstopp im Hambacher Wald erlassen hatte. Die Begründung: der Tagebaubetreiber RWE könne nicht ausreichend belegen, dass bei einem Rodungsstopp die Energieversorgung bundes- oder landesweit gefährdet sei. Damit ist ein zentraler Etappensieg für die Umweltschutzorganisationen und alle engagierten Wald- und Klimaschützer erreicht. Die Richter entsprachen damit in einem Eilverfahren dem Antrag des Umweltverbandes BUND. Und auch das Verwaltungsgericht Aachen kippte das Versammlungsverbot für Samstag und gab damit der Großdemonstration grünes Licht.

 

Am Samstag um 9 Uhr machten wir uns mit drei gut besetzten Bussen von Siegen aus auf den Weg. Die Stimmung war freudig und natürlich auch erleichtert über die beiden Gerichtsbeschlüsse.

Und auch das Wetter war uns wohlgesonnen, es hätte kein schönerer Herbsttag sein können. Als wir uns dem Ziel näherten wurden grüne Theaterschminke und Glitzer ausgepackt und die Gesichter bemalt.

Man fand sich in Kleingruppen zusammen, die während der Großveranstaltung aufeinander Acht geben und zusammenbleiben wollten. Der Beginn der Demo war für 12 Uhr angekündigt.

Unser Bus hatte leichte Verspätung, weil es rund um den Hambacher Forst schon Staus auf Straßen und Autobahnen gegeben hatte, so viele Menschen wollten zu der Demo.

Von unserem Parkplatz aus liefen wir eine gute Stunde in einer langen Kolonne von Menschen, vorbei an unzähligen Bussen, durch ein halb verlassenes Dorf und über staubtrockene Feldwege. Auch aus anderen Richtungen strömten Menschen auf den Wald zu.

Als wir schließlich den Ort der Abschlusskundgebung erreichen, ein großes abgeerntetes Feld, hatten wir einen Teil des Programms schon verpasst. Die Bühne war in der Ferne zu sehen. Davor tausende von Menschen in Feierstimmung, jung und alt, Familien und Gruppen von verschiedenen (Umwelt-)Organisationen.

Dazu Musik von allen Seiten, von der Bühne, von zwei Samba-Gruppen, von einem Klavierspieler, der seinen Flügel mit auf den Acker gebracht hat. Und natürlich überall Banner mit teils sehr humorvollen Protestsprüchen und kreativer Bemalung.

 

Ein Jubeln ging durch die Menge, als von der Bühne verkündet wurde, dass 50.000 Menschen auf dem Feld und noch auf dem Weg dorthin sind. Damit hat die Bewegung ein starkes Zeichen für den Erhalt des Hambacher Forstes und für den Klimaschutz gesetzt. Und auch andernorts in Deutschland und im Ausland fanden sich dieser Tage Menschen in Solidarität für den Hambacher Forst zusammen.

 

Ein riesiges Dankeschön an alle, die das ermöglicht haben: an den Organisatoren-Kreis, an alle lokalen Gruppen und Menschen, die Busse organisiert haben und an alle, die dabei waren. Für die nächsten Monate ist der Hambacher Forst sicher, aber endgültig entschieden ist die Sache noch nicht. Darum heißt es für uns alle: Dranbleiben im Einsatz für den Erhalt des Hambacher Forstes, für den Ausstieg aus der Braunkohle, für die Energiewende und für den Klimaschutz!

 

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